Du bist gewollt, du wirst geliebt, du wirst gebraucht

Ich erinnere mich an einen Eröffnungsabend für den Kurs „Mit Kindern glauben lernen“ in einer Kita. Eltern saßen da, einige Großeltern, Erzieherinnen. Der Raum war voll. Die Stimmung erwartungsvoll, aber auch ein bisschen angespannt. Manche waren zum ersten Mal bei so einem Abend.

Am Anfang stellte ich eine Frage für kleine Gesprächsgruppen: „Was wollen Sie Ihrem Kind für das Leben mitgeben?“

Es folgten intensive Gespräche. Man hörte das Gemurmel der Stimmen, manchmal ein Lachen, manchmal ein nachdenkliches Schweigen. Beim Austausch im Plenum wurde dann vieles genannt: Vertrauen. Einen guten Start. Sicherheit und Schutz. Werte. Gute Antworten. Wichtige Antworten.

Aber dann stand eine junge Frau auf. Sie hielt kurz inne, als würde sie nach den richtigen Worten suchen. Dann sagte sie:

„Ich möchte meinem Kind mitgeben: Du bist gewollt. Du wirst geliebt. Du wirst gebraucht.“

In dem Moment konnte man eine Stecknadel fallen hören.

Wir alle waren tief berührt. Weil dieser Satz so einfach ist – und gleichzeitig so kostbar. Weil er alles sagt, was ein Kind hören muss. Und weil er auch für uns Erwachsene immer noch wichtig ist.

Nicht nur Kinder brauchen diesen Satz. Wir alle brauchen ihn. Immer wieder.


Für mich ist dieser Satz zu einem Kern meines Glaubens geworden. Er ist Gottes Botschaft an uns Menschen:

Du bist gewollt.
Nicht zufällig hier. Nicht beliebig. Du bist gemeint. Du bist ein Gedanke Gottes, Fleisch geworden

Du wirst geliebt.
Nicht weil du etwas leistest. Nicht weil du perfekt bist. Sondern weil du da bist. Gottes Liebe kommt vor deiner Leistung.

Du wirst gebraucht.
Nicht als Funktion. Nicht als Rädchen im Getriebe. Sondern als du selbst. Mit deiner einzigartigen Art zu sehen, zu denken, zu sein. Die Welt braucht dich – genau so, wie du bist

Das ist das Evangelium in drei Sätzen.

Und manchmal braucht es eine junge Frau an einem Elternabend, um uns daran zu erinnern.