Über mich

Wer ich bin

Ich bin Matthias Schmidt, Klinikseelsorger für das Evangelische Dekanat Nassauer Land. Ich arbeite in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken sowie im Hospiz – an Orten, wo Menschen mit Erschöpfung, Burnout, Depression und dem Sterben ringen.

Meine Arbeit beginnt da, wo die großen Antworten nicht mehr tragen. Wo Menschen fragen: Warum ich? Warum jetzt? Wo ist Gott, wenn es dunkel wird?

Weitere Infos zu meiner Arbeit als Klinikseelsorger unter: mitmenschpfarrer.de

Was mich prägt

Meine Theologie ist keine Gedankenkonstruktion, sondern eine Kartierung eigener Gotteserfahrung.
Fragment.

Daraus ist ein Gottesbild gewachsen: Gott als Raum, der Atem gibt. Nicht der allmächtige Lenker, sondern der Gott, der sich ins Leid hineinbegibt. Der mitleidet, aber nicht erklärt. Der Raum schafft, aber nicht kontrolliert.

Christus als Bruder, der mitgeht. Nicht Richter, nicht König – sondern Begleiter. Der in die Wüste geht, durch die Nacht, ans Kreuz. Und der auferweckt wird – als Zeichen, dass das letzte Wort nicht der Tod hat.

Fragment-Hoffnung statt falscher Gewissheiten. Ich habe keine Antworten auf das Leid. Aber ich habe eine Präsenz. Ich habe Momente erlebt, in denen der Geist Gottes spürbar war. Das sind keine Beweise – es sind Fragmente. Aber sie tragen.

Beheimatung und Unterwegssein. Zahlreiche ökumenische und interreligiöse Erfahrungen haben mich geprägt und zeigen sich in meinen Texten und Gedanken: Altkatholische Kirche und Pfingstgemeinschaften. Christen im Punjab und Palästina. Hindus, Sikh und Buddhisten in Südindien. Kommunitäten und Hauskreise. Lobpreis und Gregorianik.
Christsein ist für mich ein Pilgerweg. Ich bin unterwegs mit vielen anderen.

Was mir wichtig ist

Ich arbeite historisch-kritisch und pneumatologisch zugleich. Die Bibel ist für mich Menschenwort über Gott – und gleichzeitig Ort der Gottesbegegnung. Keine Anleitung, sondern eher ein Brunnen. Ich unterscheide: Was ist Mauerwerk, was ist lebendiges Wasser? Die Wände schützen das Wasser, das Wasser gibt den Wänden Sinn.

Ich verbinde Mystik und Politik. Steffenskys „strukturelle Liebe“ prägt mich: Liebe ist nicht nur Gefühl, sondern Gerechtigkeit. Sie fragt nach ökonomischen und politischen Bedingungen.

In meinem Blog wird all dies wichtig sein. Und gleichzeitig immer auch Fragment.
Wie das Leben.