Die Kunst des geistlichen Essays – und die Spielregeln für diesen Blog

Was ist ein Essay – und warum schreibe ich so?

Das Wort „Essay“ kommt von essayer – versuchen. Ein Essay ist ein Denkversuch: keine Abhandlung, die alles erklärt, keine Predigt, die alles beantwortet. Sondern ein Weg, auf dem ich Gedanken entwickle – tastend, suchend, manchmal auch stolpernd.

Hier ist ein Essay kein Schulaufsatz, sondern ein geistlicher Denkversuch: persönlich, suchend, theologisch verantwortet. Er verbindet drei Elemente:

  • Erfahrung – meine eigene oder die anderer (anonymisiert und verfremdet). Ich schreibe aus dem Leben, nicht über das Leben.
  • Reflexion – theologisch, literarisch, kulturell. Ich denke nach, lese mit, lasse andere Stimmen zu Wort kommen.
  • Offenheit – nicht alles muss „fertig“ sein. Manchmal reicht das Staunen, das Fragen, das Nicht-Wissen.

Warum „geistlich“?
Weil es hier um Gott und das Leben geht – nicht abstrakt, sondern mitten im Alltag. Der Essay wird so zum Gebet in Prosa, zur Suche nach Worten für das Unaussprechliche. Ich schreibe nicht, um Antworten zu liefern, sondern um gemeinsam mit Ihnen zu suchen.


Deutsch, angloamerikanisch, geistlich – drei Essay-Kulturen

Essays gibt es in vielen Traditionen. Im deutschsprachigen Raum war der Essay lange eine literarische oder philosophische Gattung: experimentierendes Denken, frei von starren Vorgaben. In der Schule allerdings wird „Essay“ oft wie ein Aufsatz behandelt – mit These, Argumenten und Schlussfolgerung.

Im angloamerikanischen Raum unterscheidet man klarer:

  • Den akademischen Essay: These am Anfang, klare Argumentkette, Schlussfolgerung am Ende.
  • Den personal essay: erzählend, subjektiv, autobiografisch – aber reflektiert, nicht beliebig.

Die Texte in diesem Blog lehnen sich an eine dritte Form an: den geistlichen Essay. Er ist persönlich wie der personal essay, theologisch fundiert wie eine Predigt – aber ohne den Anspruch, alles zu klären. Er ist ein Gespräch auf Papier: Ich denke laut, Sie denken mit.

Diese Essays richten sich an Menschen, die im Alltag nach Spuren des Göttlichen suchen – ob in der Musik, der Literatur, in der Stille oder im eigenen Leben. Sie laden ein, nicht zu schnellen Antworten, sondern zum Verweilen.


Die Spielregeln für diesen Blog

1. Urheberrecht & Zitate

  • Ich respektiere das Urheberrecht. Texte, Musik und liturgische Materialien anderer nutze ich nur, wenn das rechtlich erlaubt ist.
  • Zitate setze ich sparsam ein:
    • nur aus veröffentlichten Werken (Bücher, wissenschaftliche Artikel, öffentlich zugängliche Reden),
    • unveröffentlichte Texte (z.B. private Briefe, interne Dokumente) zitiere ich nur mit ausdrücklicher Erlaubnis,
    • mündlich überlieferte Inhalte (z.B. Predigten) gebe ich nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Urheber:innen wieder – oder formuliere sie in eigenen Worten um,
    • mit erkennbarer Funktion (Auseinandersetzung, Kritik, Vertiefung),
    • klar gekennzeichnet (Anführungszeichen/Formatierung) und mit vollständiger Quellenangabe.
  • Liturgische Texte (z.B. aus Gesangbüchern oder Agenden) zitiere ich nur, wenn sie offiziell freigegeben sind (z.B. durch die Landeskirche) oder ich eine Nutzungserlaubnis habe. Ansonsten formuliere ich sie in eigenen Worten nach.
  • Liedtexte, Gedichte und liturgische Texte zitiere ich – wenn überhaupt – nur in sehr kurzen Ausschnitten. Im Zweifel formuliere ich sie in eigenen Worten nach.
  • Klappentexte, Verlagstexte und Online-Artikel werden nicht kopiert, sondern in eigenen Worten zusammengefasst.

2. Persönlichkeitsrechte & Datenschutz

  • Seelsorgegeschichten erscheinen hier nur:
    • verändert, verfremdet und anonymisiert oder
    • mit ausdrücklicher schriftlicher Einwilligung der betroffenen Person.
  • Anonymisierung bedeutet konkret:
    • Keine Kombination von Details (Name, Ort, Beruf, besondere Umstände), durch die Personen für Dritte erkennbar würden.
    • Auch Orte, Berufe und besondere Lebensumstände werden verändert (z.B. „Pfarrer in Bayern“ → „Seelsorger in einer Großstadtgemeinde“).
    • Zeitangaben werden unscharf gehalten (z.B. „vor einigen Jahren“ statt „2018″).
  • Falls eine Geschichte erkennbar wäre, verzichte ich auf die Veröffentlichung – oder hole eine schriftliche Einwilligung ein.
  • Verwendung von Fallbeispielen:
    Alle in diesem Blog geschilderten Beispiele aus der seelsorgerlichen Praxis sind entweder fiktiv oder so stark verändert, dass keine Rückschlüsse auf reale Personen möglich sind.
  • Ich vermeide jede Bloßstellung. Kritik an Strukturen ja – keine entwürdigenden Darstellungen einzelner Menschen.
  • Archivierung:
    Falls ich ältere Beiträge aktualisiere oder lösche, geschieht dies unter Berücksichtigung des „Rechts auf Vergessenwerden“ (DSGVO).
  • Für technische Fragen zu Cookies, Statistik und Kommentaren gelten die Hinweise in der Datenschutzerklärung dieses Blogs.

3. Meinungs-, Glaubens- und Gedankenfreiheit

  • Die Texte auf diesem Blog sind theologische Deutungen, Erfahrungen und Meinungen – keine amtlichen Stellungnahmen und kein Lehrschreiben.
  • Ich mache von Meinungs- und Glaubensfreiheit Gebrauch: Ich formuliere Überzeugungen, Zweifel und Kritik – auch gegenüber kirchlichen Strukturen.
  • Grenzen:
    • keine bewussten Unwahrheiten über Personen,
    • keine persönlichen Diffamierungen,
    • keine menschenverachtenden oder diskriminierenden Inhalte.

4. Transparenz, KI-Einsatz & Korrektur

Werbung & Kooperationen

  • Es gibt keine bezahlte Werbung und keine Affiliate-Links.
  • Kooperationen (z.B. Rezensionsexemplare von Verlagen) werden immer gekennzeichnet, z.B.:
    „Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Meinung bleibt meine eigene.“

Einsatz von KI-gestützten Schreibwerkzeugen
Zur Unterstützung bei der Erstellung und Überarbeitung von Texten nutze ich gelegentlich KI-Dienste (z.B. Claude, Perplexity, Le Chat von Mistral AI). KI-Dienste nutze ich zur Unterstützung bei Recherche, Strukturierung und sprachlicher Feinjustierung – nie zur inhaltlichen Ersetzung. Die inhaltliche Verantwortung für alle veröffentlichten Beiträge liegt bei mir. Personenbezogene Daten von Besucher:innen dieser Website werden dabei nicht verwendet.

Korrektur & Fehlerkultur

  • Theologische Texte sind Suchbewegungen. Wenn mir Fehler in Fakten oder Zitaten nachgewiesen werden, korrigiere ich sie.

5. Kommentare

  • Kommentare sind willkommen, solange sie:
    • respektvoll sind,
    • Persönlichkeitsrechte achten,
    • nicht gegen geltendes Recht verstoßen.
  • Beiträge, die dem widersprechen, kann ich kürzen, moderieren oder löschen.

Externe Links

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Diese Spielregeln verstehen sich als lebendiges Dokument. Wenn sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern oder ich neue Einsichten gewinne, passe ich sie an.